Bekannte Bürger

Geschichte bekannter Bürger

Die Marktgemeinde kann auf eine Vielzahl von bekannten Bürgen verweisen, die alle einen bedeutenden Teil zur Geschichte von Mering beigetragen haben.


Diepperskircher, Erasmus

Erasmus DiepperskircherIn erster Linie dem Pfleger Erasmus Diepperskircher war es zu verdanken, dass Mering 1492 das Marktrecht erhielt, wonach es gestattet war, einen Viehmarkt und einen Wochenmarkt "mit Schrann" abzuhalten. Auf Grund von Missernten mussten die Märkte 1528-1530 ausfallen, 1532 erreichten die missgünstigen Friedberger ein Verbot der Marktabhaltung in Mering. Dieses wurde jedoch 1570 aufgehoben, und von da an fanden die Märkte regelmäßig - anfangs bei St. Franziskus, dann im Innerort - statt.

Am Nordeingang der Pfarrkirche St. Michael befindet sich die in Rotmarmor kunstvoll gearbeitete Grabplatte von Erasmus Diepperskircher und seiner aus Nürnberg stammenden Ehefrau Anna Schütz.

 

Dischl, Rupert

(1878-1960), Dekan und Bischöflich Geistlicher Rat, Ehrenbürger

Rupert DischlAls der 1878 in Lindenberg im Allgäu geborene Rupert Dischl nach langjähriger, aufopferungsvoller seelsorgerischer Tätigkeit in Schiltberg seinen Abschied nahm, erwartete ihn ein noch größeres Arbeitsfeld in der Pfarrei Mering. Schon bald nach seinem Amtsantritt am 20. Oktober 1926 hatte Dischl mit seinem nimmermüden Einsatz zum Wohle der Gemeinde die Herzen seiner Pfarrkinder erobert. Auch an Mitstreitern fehlte es ihm dabei nicht: "Der hiesige Pfarrhof, der in letzter Zeit infolge des katastrophalen Auftretens der Messingkäfer in der Öffentlichkeit viel genannt wurde, wird nach dem Entscheid des Ministeriums abgerissen und durch einen Neubau ersetzt." … "Im Jahre 1934 entstand der jetzige Pfarrhof, da seine Pfarrköchin, die `Pfarr Nandl´, ein neues Haus wollte und so wurde der Messingkäfer erfunden, der den Abriss gewährleistete. Die geistlichen Herren hatten sich derer Haushaltsordnung unterzuordnen, da sie ziemlich resolut war."

Die Ehrenbürgerschaft wurde dem Geistl. Rat Rupert Dischl 1952 anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum verliehen: "Es war, wenn eine große Familie ihrem Oberhaupt zum Höhepunkt seines Lebens aus inbrünstigem Herzen die tiefsten Wünsche für weitere glückliche Zusammenarbeit, für Gesundheit und Schaffenskraft, aber auch die Dankbarkeit für all sein segenreiches Wirken zum Ausdruck bringt. Bürgermeister Königer überreichte im Namen der Marktgemeinde die Ehrenbürger-Urkunde."

Engelhard, Kurt

(1928-2010), Dekan und Bischöflich Geistlicher Rat, Ehrenbürger

Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1948 studierte Kurt Engelhard Philosophie und Theologie. 1955 empfing er in München die Priesterweihe, feierte das erste heilige Messopfer in seiner Heimatgemeinde Senden, war Kaplan in Lindau und Sonthofen und wirkte von 1960-1965 als Kurat beim Kath. Jugendfürsorgeverein in Augsburg. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1965 wurde Kurt Engelhard von Bischof Dr. Stimpfle zum Nachfolger des verstorbenen Meringer Pfarrers Ignaz Steinhardt ernannt. In einem Grußwort an die neue Pfarrgemeinde fasste er seine seelsorgerischen Zielsetzungen zusammen: "Wir werden uns in den nächsten Tagen und Wochen auf mancherlei Wegen begegnen. Auf der Straße und in den Familien, in der Kirche und in der Schule, an den Arbeitsstätten und auf dem Sportplatz, am Krankenbett und im Pfarrhof. Frohe und traurige Ereignisse werden uns zusammenführen. Ich will Ihnen dabei kein Fremder bleiben, sondern ich will mich bemühen, immer und überall und bei jedermann das Wort des großen Völkerapostels Paulus zu verwirklichen: allen alles zu werden, und so den Meringern ein Meringer, um allen die Heilsbotschaft Christi bringen zu können."

Dass der "Meringer Curd Jürgens", wie Geistl. Rat Dekan Kurt Engelhard auf Grund gewisser Ähnlichkeiten auch liebevoll genannt wurde, diesem hohen Anspruch bis zu seinem Abschied 1996 gerecht werden konnte - zu seinen Hinterlassenschaften zählen u.a. die Kirchenrenovierung mit dem von ihm selbst gestifteten neuen Altar, die Kindergartenerweiterung, der 1975 ins Leben gerufene Verein für Ambulante Kranken- und Altenpflege, das Pfarrzentrum mit Bücherei, das neue Jugendheim und nicht zuletzt der traditionelle "Bunte Abend" -, beweisen die hohen Auszeichnungen, die ihm zuteil wurden: 1980 erhielt er den Goldenen Ehrenring der Gemeinde Mering, 1988 würdigte ihn der Bundespräsident Dr. Richard von Weizsäcker mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande, und 1990 schließlich ernannte ihn der Marktgemeinderat auf einstimmigen Beschluss zum Ehrenbürger.

Grundner, Franz

(1857-1927), Hauptlehrer, Ehrenbürger

1857 in Schlossberg bei Rosenheim geboren, landete Franz Grundner nach seiner pädagogischen Ausbildung in Rosenheim und Freising und Zwischenstationen in Gars am Inn, Augsburg-Lechhausen, St. Leonhard bei Laufen, Bachern und Bad Aibling im Jahre 1891 in der Marktgemeinde Mering, wo er bis 1923 als Lehrer wirkte. Am 2. Januar 1908 wurde Franz Grundner zum Hauptlehrer und später noch zum Oberlehrer ernannt.

"Im Jahre 1917 waren es 25 Jahre, dass Herr Hauptlehrer Franz Grundner, ein in allen hiesigen Kreisen geehrter und geachteter Mann, an der hiesigen Schule seines schweren Berufes waltet. Hat auch sein schlichter Sinn nicht nach äußeren Ehren verlangt, so sind sie ihm dennoch zuteil geworden. An seinem Ehren- und Jubeltage fanden sich mit den Vertretern der Schule und Gemeinde seine jetzigen und früheren Schüler im Saale der Kinderschule ein, um dem verdienten Lehrer und Erzieher zu danken. … Im Namen der Markt Gemeinde drückte Herr Bürgermeister Wohlgeschaffen den Dank aus für die selbstlose Hingabe des Jubilars in seinem Berufe als Lehrer, als Gemeindeschreiber und als Zeichenlehrer und überreichte ihm die Ehrenbürgerurkunde des Marktes Mering."

Heinrich, Josef

Josef Heinrich(1910-1991), Bürgermeister, Ehrenbürger

Josef Heinrich, dessen Lebensweg über die Heirat mit Felizitas Mussinan 1943 nach Mering führte, schloss sich bereits in jungen Jahren der SPD und der Gewerkschaft an und blieb auch während des Dritten Reiches seiner demokratischen Überzeugung treu. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er sich vom Tischler zum Betriebsprüfer bei der Regierung von Schwaben hoch, wo er später in der Wirtschaftsabteilung tätig war. Von 1946-1948 war er als Parteisekretär Mitbegründer der SPD in Augsburg. Er zog in den Meringer Gemeinderat ein, wurde 1952 zum Zweiten und 1960 zum Ersten Bürgermeister gewählt; dieses Amt hatte er drei Legislaturperioden inne, bis er 1978 aus Altersgründen nicht mehr kandidierte.

In seine Amtszeit fielen u.a. der Bau des Meringer Freibades, die Beseitigung der Barackenviertel im Rahmen des forcierten Wohnungsbaus, der Bau der Mehrzweckhalle und der Hauptschule, die Einrichtung des Sportplatzes an der Ambérieustraße sowie die verstärkte Asphaltierung des örtlichen Straßennetzes. Im Jahre 1973 besiegelte er mit seinem Bürgermeisterkollegen Antoine Buy die Städtepartnerschaft Mering-Ambérieu auf der Grundlage des Deutsch-französischen Freundschaftsvertrages. Heinrich gehörte dem Kreistag an und war über mehrere Jahre Kreisvorsitzender der SPD.

Nachdem Josef Heinrich bereits 1970 mit dem Ehrenring des Marktes Mering in Gold ausgezeichnet worden war, verlieh ihm der Marktgemeinderat auf einstimmigen Beschluss am 17. Juni 1984 das Ehrenbürgerrecht. In der Begründung für diese höchste kommunale Auszeichnung wurde besonders hervorgehoben, dass sich während seiner Zeit Mering von einer ländlich strukturierten Wohngemeinde zu einem ansehnlichen Markt entwickelt habe.

Hindenburg, Paul von

Paul von Hindenburg(1847-1934), Militär und Politiker, Reichspräsident, Ehrenbürger

Geboren am 2. Oktober 1847 als Sohn des preußischen Offiziers und Gutsbesitzers Robert von Beneckendorff und von Hindenburg und der Arzttochter Luise (geb. Schwickart) in Posen. Gestorben am 2. August 1934 in Neudeck (Regierungsbezirk Marienwerder), Beisetzung im Denkmal von Tannenberg. Die Grabstätte Paul von Hindenburgs befindet sich heute in der Elisabethkirche in Marburg/Lahn.

"In der Ratssitzung am 3. April 1933 wurde einstimmig beschlossen, das Ehrenbürgerrecht der Marktgemeinde nach § 11 der GO zu verleihen und in dauernder Erinnerung hieran den Kirchplatz mit dem Kriegerdenkmal in "Hindenburgplatz" zu nennen." (Anm. d. Red.: Nach dem Krieg wurde der Platz wieder in "Kirchplatz" umbenannt).

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass im Jahre 1933 auch Adolf Hitler zum Ehrenbürger ernannt wurde – wie Hindenburg nicht wegen direkter Verdienste um die Gemeinde, sondern vielmehr vor dem Hintergrund der damaligen politischen Situation in Deutschland. Nach dem Zusammenbruch 1945 beschloss der Marktgemeinderat einstimmig, Hitler das Ehrenbürgerrecht wegen "unwürdigen Verhaltens" abzuerkennen.

Hörburger, Otto

(1836-1917), Aufschlagsverwalter, Ehrenbürger

1878 wurde Otto Hörburger nach Mering versetzt, wo er mehr als 30 Jahre als königlicher Steuerverwalter ("Aufschlagsverwalter") tätig war. Er übte diese Funktion äußerst gewissenhaft und pflichttreu aus, nahm regen Anteil an Wohl und Wehe in seiner Gemeinde und galt darüber hinaus als taktvoller, liebenswürdiger Gesellschafter.

"Am 2.8.1904 begab sich eine Deputation der Gemeindeverwaltung mit ihrem Herrn Bürgermeister Lipp an der Spitze in seine Wohnung, um ihm eine prächtig ausgestattete Urkunde als Ehrenbürger hierüber zu überreichen. Der Jubilar war über diese Ehrung sichtlich gerührt und … versprach auch Zeit seines Lebens, wenn er auch einmal sich vom Dienste zurückziehen wird, am hiesigen Orte zu verbleiben, was seitens der Deputation mit Freunden entgegengenommen wurde."

Knittel, Franz

Heimatforscher, Musiker und Komponist
weitere Informationen: Literatur - Knittel Franz

Kleindienst Dr., Joseph Ferdinand

(1881-1962), Mitglied des Parlamentarischen Rates und des Deutschen Bundestages

Der, in Mering geborene, Kleindinst war 1948/1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates, einem politischen Organ, das zur Einleitung des Neuanfangs Westdeutschlands eingesetzt wurde. 1949 bis 1957 war er ebenfalls über ein direktes Mandat im Wahlkreis Augsburg-Stadt Mitglied im Deutschen Bundestag.

Koeniger, Georg

Georg Koeniger, auf dessen Initiative sich 1946 die CSU Mering gründete, war von 1946 bis 1960 Bürgermeister der Marktgemeinde. Auch im Kreistag des Landkreises Aichach-Friedberg vertrat er die Interessen Merings.

Königer, Joseph

(baute die Guillotine für Räuber Kneißl auf)

Kratzer, Ellen

Frau Ellen Kratzer, EhrenbürgerinEhrenbürgerin

Während ihrer 30jährigen Tätigkeit als Marktgemeinderätin und durch ihr großes Engagement im sozialen, sportlichen, politischen und gesellschaftlichen Bereich hat sie den Markt Mering wesentlich mitgeprägt.

Das CSU-Ferienprogramm und die Vorschule sind Einrichtungen, die von ihr ins Leben gerufen wurden. Sie ist Gründungsmitglied der Ambulanten Alten- und Krankenpflegestation Mering und der Städtepartnerschaft Mering - Ambérieu-en-Bugey und leitete über zwei Jahrzehnte die Geschicke des Tennisclubs Mering.

Bereits 1996 wurde Frau Ellen Kratzer mit dem Ehrenring des Marktes Mering ausgezeichnet, am 17. Juni 2004 ernannte sie der Marktgemeinderat in Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste zur Ehrenbürgerin.

Kratzer, Helmut

Malermeister, Meringer Original ("Jäkala")

Lachenmeir, Matthäus

Matthäus Lachenmeir(1867-1962), Maurerpolier und Musiker, Ehrenbürger

Als der 1867 in Mering geborene Matthäus Lachenmeir am 19. April 1962 starb, endete damit ein reiches Leben, das in privater wie beruflicher Hinsicht geprägt war von Konstanz, Verlässlichkeit und der regen Anteilnahme am öffentlichen Leben seiner Heimatgemeinde. Wie kaum ein anderer war er über viele Jahrzehnte hinweg auf das Innigste mit dem gemeindlichen, insbesondere dem kirchlichen, musikalischen und Vereinsleben verbunden, wie die vielen Ämter und Ehrenämter, die er bekleidete, bezeigen. Fast 80 Jahre gehörte Lachenmeir der Freiwilligen Feuerwehr an, zunächst als Signallist, dann als Gruppenführer, Kommandant und Vorstand, schließlich als Ehrenvorstand. Als jahrzehntelanger Dirigent der "Kapelle Lachenmeir" war er weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus als ein musikalischer Begriff bekannt. Mehr als sieben Dezennien war er Mitglied bei der Krieger- und Soldatenkameradschaft und beim Gesangsverein Liederkranz, wo er - wie auch beim Kirchenchor - lange Jahre selbst den Taktstock führte. 24 Jahre fungierte er als Gemeindevertreter, 1906-1911 als Gemeindebevollmächtigter, 1911-1919 als Magistratrat und ab 1920 als Gemeinderatsmitglied. 52 Jahre lang arbeitete er in seinem Maurerberuf bei der Meringer Firma Friedl. Und nicht zuletzt: Mit seiner treuen Lebensgefährtin Elisabeth (geb. Probst), die nur drei Tage vor der "Eisernen Hochzeit" verstarb, war er 65 Jahre glücklich verheiratet.

Das Ehrenbürgerrecht wurde Matthäus Lachenmeir von der Marktgemeinde Mering im Jahre 1956 "in Anerkennung all seiner vielseitigen Verdienste" feierlich verliehen.

Lipp, Johann

Johann Lipp(1867-1948), Fabrikant, Ehrenbürger

Die Anfangsgründe der Hafnerei lernte Johann Lipp in der elterlichen Werkstatt am Hafnerberg 134b in Mering. Er besuchte die Staatl. Keramikfachschule in Landshut, übernahm die väterliche Hafnerei und versuchte, das reine Handwerk allmählich auf die Stufe des Kunstgewerbes zu heben. Er erwarb die Münchener Majolika Werkstätte, pflegte internationale Kontakte und beschickte die namhaften Weltausstellungen, bei denen er zahlreiche Gold- und Silbermedaillen einheimste. Als Töpfermeister, Kaufmann und Fabrikant leitete er die Firma, die mit berechtigtem Stolz den Titel "Kgl. Bayer. Hoflieferant" tragen durfte, bis 1936.

Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Mering war Johann Lipp von 1899-1911. Mit Ende des Jahres 1911 trat er freiwillig von diesem Amt zurück, gehörte aber noch bis 1919 dem Gemeindekollegium an.

"Beschlossen in der Ratssitzung v. 24.2.1932 einstimmig: Herr Gewerberat und Altbürgermeister Johann Lipp das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. … Johann Lipp war schon in jüngsten Jahren, am 14. Juni 1897 als Ersatz in den Kreise der Gemeindebevollmächtigten getreten. Bereits wenige Wochen später, am 19. Oktober 1898 war er als jüngstes Kollegiumsmitglied unter den allerschwierigsten Verhältnissen zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde berufen. … 23 Jahre hat er sonach in der gemeindlichen Verwaltung gestanden, während der ganzen Zeit mit klarem Blick, reicher praktischer Erfahrung und zielbewusst die gemeindlichen Belange vertreten und gefördert. Die Marktgemeinde ist dem Förderer und Wahrer aller gemeindlicher Interessen größten Dank schuldig und möchte solchen Dank durch obige Verleihung öffentlich bekunden."

Luidl, Lorenz

Holzbildschnitzer des Barock

Nowey Dr. phil., Waldemar

Pädagoge, Bildungsforscher und Schriftsteller

nowey portrait minDer Pädagoge, Bildungsforscher und Schriftsteller Dr.phil. Waldemar Nowey promovierte als Meringer Oberlehrer 1964 an der Philosophischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Meringer Schulerfahrung motivierten zur Dissertation: "Probleme und Möglichkeiten der Volksschuloberstufe im technischen Zeitalter", Pilotprojekt zum grundlegenden Werk "Modellhauptschulen in Bayern". Nach Einführung der Hauptschule schuf er im Auftrag des Kultusministeriums viele wissenschaftliche Publikationen, zielstrebig zum Ausbau des bayerischen Schulwesens und beriet die bayerische Staatsregierung.

Schon als Rektor, Schulamtsleiter, Oberschulrat, Regierungsschuldirektor, Seminarleiter und Ausbildungslehrer an der Pädagogischen Hochschule Augsburg entwickelte er Lehrplanmodelle und förderte Schüler- und Lehrergenerationen, vor allem in Mering. Zur politischen Bildungsarbeit präsentierte er beispielhaft 1962 im Bayerischen Landtag eine prämierte Meringer Schülerdokumentation. Kunst- und Werkausstellungen, Dichterlesungen und Schulopernaufführungen bezeugen seine hervorragenden musischen Erziehungsleistungen im "Meringer Land". Dr. Nowey leitete Orchester und Kirchenchöre und war Ministerialbeauftragter am Augsburger Sing- und Chorleiterseminar.

Als Studiendirektor des neu gegründeten Staatsinstituts für Bildungsforschung und Bildungsplanung begleitete er die bayerische Gebiets- und Schulreform 1972 mit konstruktiven Beiträgen, auch von Mering aus. Im hiesigen "Wissenschaftlichen Institut Bildungsforschung", auch im Telekom-Branchenbuch verzeichnet, veranstaltet Dr.Nowey in Zusammenarbeit mit bayerischen und tschechischen Universitäten Doktorandenseminare. Seine Studienreihe "Regionale Entwicklungslinien für das Schulwesen in Bayern" von der Grundschule bis zur Universität sind maßgebende Entscheidungsgrundlagen für Bildungspolitik, Bildungsplanung, Schulorganisation und Bildungsberatung in allen Regierungsbezirken.

In 30-jähriger bayerischer und 15-jähriger böhmischer Forschungs- und Planungsarbeit publizierte Dr. Waldemar Nowey zahlreiche Bücher, Studien und Monographien.

Bgm. Heinrich verlieh ihm den Silbernen Ehrenring. Zum 75-jährigen Marktjubiläum referierte und publizierte er wegweisende Schriften zur Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte und über "30 Jahre Schulzentrum Mering".

Bgm. Sedlmeir dankte für "Untersuchungen über 1000 Jahre Kulturgeschichte und sozioökonomische Zusammenhänge".

Bgm. Kandler verlieh ihm 1997 für "langjährige hervorragende Verdienste im kulturellen Leben" und für "wissenschaftliche Beiträge zur Aufarbeitung der Meringer Heimatgeschichte" den Goldenen Ehrenring. Er würdigt auch "das Wirken für die Idee ,Euregio Egrensis' als Region der offenen Grenzen für die Verknüpfung des Egerlandes und Bayerns in religiöser und gesellschaftlicher Tradition".

Meringer Institutionen und Vereine ehrten Dr.Nowey mit Auszeichnungen für Jubiläumsansprachen und Festschriften: Pfarrei, Rotes Kreuz (125 Jahre), Gartenverein (75 Jahre), Arbeiterwohlfahrt ( 50 Jahre), Faschingskomitee (25 Jahre) etc.

Die Interneteingabe "Mering Waldemar Nowey" in die "Google-Suchmaschine" offenbart mit sehr vielen Seiten wie vielfätig und vertieft dieser Name und sein Lebenswerk mit Mering verbunden ist. Dr.Nowey hat sich weltweit um einen guten Ruf Merings verdient gemacht.

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"NOWEYANA"-LITERATUR des Pädagogen, Bildungsforschers und Schriftstellers Dr. phil. Waldemar Nowey
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Ostermeier, Johann Baptist

(1897 - 1981), Geophysiker und Ingenieur
Erfinder des Vakublitz

Pechler, Josef

Kaminkehrermeister

Literatur
Mering an der Paar
Lustiges Heimatbüchlein; Neuafulage nach der Original-Ausgabe aus dem Jahre 1929;
Reprint, Mering, Hummel, 1980; 46 S.

Pfeilschifter Dr., Georg

(1870-1936), Theologieprofessor

Obwohl eine Ehrenbürgerschaft nicht belegbar ist, gehört Georg Pfeilschifter ohne Zweifel zu den prominentesten Bürgern Merings weit über die Grenzen der Marktgemeinde hinaus. Nach seinen Münchener Gymnasialjahren studierte der gebürtige Meringer zunächst an der Universität München, dann am Institut für Österreichische Geschichte in Wien Theologie, Geschichte und Philologie. 1894 zum Priester geweiht promovierte er 1897 zum Dr. der Theologie. 1900 ließ er sich als Privatdozent für Kirchengeschichte in München nieder, wurde aber noch im gleichen Jahre außerordentlicher Professor am Lyzeum in Freising. Von hier ging er 1903 an die Universität Freiburg im Breisgau (1913 Ernennung zum Rector magnificus), um endlich 1917 wieder an die Universität München zurückzukehren, wo er seitdem lehrte. Pfeilschifter, dem u.a. Titel und Rang eines "Kgl. Geheimen Hofrates" verliehen wurden, war Ehrenpräsident der Deutschen Akademie sowie Mitglied der Bayerischen und Historischen Kommission. Er war Verfasser zahlreicher, vielbeachteter Werke zur Kirchengeschichte und Herausgeber der "Münchener Studien zur historischen Theologie".

"Ein echtes Meringer Kind, hat er zeitlebens dieser seiner Heimatgemeinde treueste Anhänglichkeit bewahrt und fast jedes Jahr, wenn seine umfangreiche Tätigkeit es nur einigermaßen zuließ, kurzen Besuch bei seinen alten Bekannten gemacht. Ein Mann der Wissenschaft, dem ob seiner genialen Kenntnisse die höchsten Ämter und Ehren zuteil wurden, dessen Name in der ganzen wissenschaftlichen Welt guten Klang hatte und mit Hochachtung genannt wurde …" (aus einem Nachruf zum Tode Georg Pfeilschifters am 2. August 1936).

Riederer, Josef

(1846-1929), Reichsbahnoberverwalter, Ehrenbürger

Am 1. Mai 1888 wurde Josef Riederer als Expeditor zum Vorstand der Meringer Eisenbahnstation berufen. Auf Grund seines entgegenkommenden, stets freundlichen Wesens gegenüber jedermann erfreute er sich bald allgemeiner Beliebtheit. Oberbahnverwalter Riederer war ein Beamter der alten Schule, ein königlich-bayerischer Staatsbeamter, ein Mann, der mit dem Volke war und von diesem verehrt wurde.

"Für sein 25 jähriges Wirken auf der hiesigen Station hat das Gemeindekollegium am 5. April 1912 beschlossen, dem verdienten Mann das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Hunderttausende von Zügen, Millionen von Menschenleben überwachte er in diesen Jahren mit seinen Helfern, dass ungefährdet solche auf seinem Posten passieren konnten." (aus einem Nachruf auf den am 9.5.1929 verstorbenen Ehrenbürger)

Schallermeir, Martin sen.

Heimatforscher

Literatur:
Die Blutföhre von Friedberg oder Der letzte Graf von Mering
Ein historisches Ritterspiel;
Mering, Selbstverlag, o.J.; 68 S., Illu.

Königshof Mering und der Gunzenlé
Mering, 2003

Mering
Aus Vergangenheit und Gegenwart;
Marktgemeinde Mering (Hrsg.);
Mering, Verlag Kittel, 1971; 182 S., Illu.

Mering
Aus Vergangenheit und Gegenwart;
Marktgemeinde Mering (Hrsg.);
Mering, Selbstverlag Marktgemeinde, 1983; 260 S., zahlr. Illu., graph. Darst.

Scherer, Josef

Josef Scherer(1892-1978), Landwirt und Kaufmann, Ehrenbürger

Im Jahre 1932 übernahm Josef Scherer den kleinen Heu-, Stroh- und Futtermittelhandel von seinem Vater Lorenz, 1935 baute er die erste Krautfabrik auf. In den Nachkriegsjahren 1945/46 war er Bürgermeister der Marktgemeinde Mering, danach gehörte er dem Gemeinderat an, bis er 1958 seinen Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen erklärte.

"Mit Dankbarkeit gedenkt die Marktgemeinde eines Mannes, der am 29. April 1945 durch eine beherzte Tat nicht abzusehendes Unheil von unserem Heimatort abwendete. Da war es Herr Josef Scherer, der sich durch eine mutige Tat unvergängliche, inzwischen bereits historisch gewordene Verdienste um die Marktgemeinde erworben hat, indem er unter Einsatz seines Lebens, von beiden Seiten bedroht, sich einsam in das Niemandsland hinauswagte und mit dem Fahrrad den Amerikanern entgegenfuhr, um mit ihnen wegen der Übergabe des Ortes zu verhandeln (Anm. d. Red.: Ein ausführlicher Bericht ist nachzulesen im Heimatbuch "Mering - Aus Vergangenheit und Gegenwart").

In Würdigung dieses Verdienstes wurde Herrn Josef Scherer das Ehrenbürgerrecht der Marktgemeinde verliehen, verbunden mit der Überreichung des Ehrenringes durch Bürgermeister Heinrich."

Schwägerl, Alois

Alois Schwägerl(1828-1900), Postbote, Ehrenbürger

Der aus der Oberpfalz stammende Alois Schwägerl zählte zu den ersten Postboten Merings und übte diesen Beruf insgesamt 37 Jahre in der Gemeinde aus. Nach 25 Dienstjahren - anno 1885 - gewährte ihm König Ludwig II. ein vergoldetes Brustschild als allerhöchste Auszeichnung, die Gemeinde verlieh ihm als Zeichen der Anerkennung eine goldene Uhr.

Im Jahre 1894 "ist Herrn Alois Schwägerl von Sr. kgl. Hoheit dem Prinz Regenten Luitpold die silberne Medaille des Verdienstordens vom hl. Michael verliehen worden, bei welch festlichem Anlasse ihm eine prachtvoll ausgestattete Urkunde, die Verleihung des (Ehren-)Bürgerrechtes in Mering betreffend, verabfolgt wurde."

Sedlmeir, Max

Max SedlmeirLandwirt und Bürgermeister, Ehrenbürger

Max Sedlmeir (links) anlässlich der Verleihung des Goldenen Ehrenringes für verdiente Mitglieder der CSU an ihn und Edgar Hegler

Straubinger, Anton

("Merings Weißferdl")

Straubinger, Felizitas

Leibdame der Kaiserl. Hoheit Gisela von Bayern 1912-1914

Wissmiller, Georg

(1846-1927), Bischöfl. Geistl. Rat, Ehrenbürger

Von 1891 an war Georg Wissmiller Pfarrer in Mering. Neben seiner seelsorgerischen Tätigkeit übte er das Amt des Lokalschulinspektors und - über zwei Jahrzehnte - des Distriktschulinspektors aus, stand acht Kirchenstiftungen und ebenso vielen Armenpflegern vor und engagierte sich mit bewundernswerter Beharrlichkeit für die Restaurierung der Pfarrkirche St. Michael. 1914 wurde Dekan Wissmiller zum Bischöflichen Geistlichen Rat ernannt, 1915 feierte die Gemeinde sein 25-jähriges Priesterjubiläum, verbunden mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde.

Bürgermeister Wohlgeschaffen war beauftragt, namens der Marktgemeinde Mering dem Jubilar einen Besuch abzustatten. … "Als Zeichen der hohen Verehrung und tiefen Dankesschuld haben die beiden Kollegien des Marktes Mering in ihren Sitzungen v. 20. Dez. 1914 und 17. Jan. 1915 einstimmig beschlossen, die höchste Auszeichnung die eine Gemeindevergeben kann, ihrem Hochwürdigen Herrn geistlichen Rat als Jubiläumsgabe zu verleihen. Unter Aushändigung der Ehrenbürgerrechtsurkunde bitte ich, die Auszeichnung gütigst entgegen nehmen zu wollen."

Wohlgeschaffen, Klemens

Klemens Wohlgeschaffen(1866-1945), Bürgermeister, Commerzienrat und Landtagsabgeordneter, Ehrenbürger

Nach dem Wunsch der Lehrereheleute Ludwig und Maria Wohlgeschaffen aus Schwabeck sollte auch der am 27. Oktober 1866 geborene Sohn Klemens Pädagoge werden. Dementsprechend bereitete er sich in Freising und Landsberg auf diese Laufbahn vor und wurde im Alter von 18 Jahren als Hilfslehrer nach Mering berufen. Doch nach dem frühen Tod des Vaters war Klemens Wohlgeschaffen gezwungen, sich verstärkt - d.h. in einem höher dotierten Beruf – um das Wohl und Fortkommen seiner minderjährigen Geschwister zu kümmern. Er trat in das Gemischtwarengeschäft des Meringer Kaufmanns Fischer ein, dessen Tochter Mathilde er 1891 dann auch heiratete. Nach der Übernahme der Firma vom Schwiegervater eröffnete er 1906 zusätzlich eine Bank, die er mit gleicher Tatkraft und Entschlossenheit führte. 1896-1904 war er Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr.

Mit seiner außerordentlichen Arbeitskraft, seinem reichen Wissen und Können gewann er bald das Vertrauen der Bürger und der ansässigen Wirtschaft. Er wurde zum Gemeindebevollmächtigten gewählt und bekleidete das Amt des Gemeindekassiers, bis er im Januar 1912 zum 1. Bürgermeister berufen wurde. Von 1914-1918 hatte Wohlgeschaffen ein Abgeordnetenmandat im Bayerischen Landtag, war Mitglied des Kreistages von Oberbayern, Vorsitzender des Bezirkstages Friedberg und stand an bedeutender Stelle bei der landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft sowie der Bayer. Volkspartei. Nach sechsjähriger Amtspause auf eigenen Wunsch wurde Wohlgeschaffen 1925 erneut zum Gemeindeoberhaupt gewählt und im selben Jahr von der Regierung des Freistaates Bayern mit dem Titel "Kommerzienrat" bedacht.

"Eine längst fällige Dankesschuld hatte der Marktgemeinderat Mering abgestattet, als er am 29. Mai 1937 abends die Herren Ratsmitglieder mit der Beamtenschaft im Sitzungssaale vereinte und in einer Festsitzung des Mannes gedachte, der seit dem 1. Januar 1900 fast ununterbrochen an der Gestaltung der Geschicke Merings innigsten Anteil hatte. … In ehrlicher Anerkennung all der Verdienste um die Heimatgemeinde habe ihn der Marktgemeinderat auf Grund der Deutschen Gemeindeordnung zum Ehrenbürgermeister ernannt."

Zettler, Ludwig

(1847-1931), Fabrikbesitzer, Ehrenbürger

Im Jahre 1872 erwirbt Ludwig Zettlers Vater, der Münchner Kaufmann Franz Xaver Zettler, die Streichgarnspinnerei und Tuchfabrik Mering. Nach einem Großbrand im Jahre 1873 wird anstelle der Textilfabrik eine Produktionsstätte für Klinkersteine aufgebaut. Im Jahre 1976 erweitert Ludwig Zettler die Produktion mit Trottoirsteinen, 1981 übernimmt er nach dem Tod des Vaters die Geschäftsführung, 1885 beginnt man im Werk mit der Herstellung von Chamottesteinen. Ludwig Zettler war lange Jahre Gemeindebevollmächtigter und Magistratrat. In dieser Zeit engagierte er sich - neben federführender Mitwirkung in vielen Vereinen – in erster Linie um das Zustandekommen der Bahnlinie Mering-Weilheim.

"Am 3. August 1917 beschloss der Gemeinderat einstimmig, Herrn Ludwig Zettler in Mering, welcher … sonach volle 24 Jahre in der gemeindlichen Verwaltung tätig war, während dieser ganzen Zeit seine reiche praktische Erfahrung, sein umfassendes Wissen und Können jederzeit in den Dienst der Gemeinde gestellt und in den schwierigsten Lagen mit seinem stets bewährten Rat der Gemeinde gedient hat, mit der höchsten gemeindlichen Auszeichnung zu ehren."

Zettler, Maria

(1885 - 1950), Landesgeschäftsführerin des Katholischen Frauenbundes

Abgeordnete der Verfassungsgebenden Nationalversammlung in Weimar 1919-1920